Rede Klaus

 Ansprache Klaus zum Herbstfest 2010

Anröchte, den 20.11.2010

 

Herbstfest der Jedermann-Sportgruppe

Liebe Sportler, sehr geehrte Damen und Herren!

An euren erstaunten Blicken vermute ich, dass ihr euch auf einem falschen Fest glaubt oder an ungewolltem Ort seit.

Dem ist aber nicht so - es hat alles seine Richtigkeit- nur dass ich hier vor euch stehe hat seinen Grund.

Ein Kirchen-Schweitzer -wie es ihn in Anröchte bis ins Jahr 1973 gab- hatte die ehrenvolle Aufgabe, Kirchgänger, die sich im Turm- raum wie die Heringe zusammendrückten, mit einem Knuff des Stabes oder einem Zischlaut in die vorderen Kirchbänke zu bugsieren. Er ist heute überflüssig, da Platz für die Wenigen genügend vorhanden ist.

Mich hat man heute hierher bestellt, nicht um euch körperlich einen Knuff zu verpassen, sondern um euch Jedermännern mal einiges wieder in Erinnerung zu rufen und euren holden Begleiter- innen einen Einblick in eure sportliche Freizeitgestaltung zu geben.

Die Jedermann-Sportgruppe bestand Anfang dieses Jahres aus -49- Mitgliedern, von denen -13- als passive Sportler eingestuft werden müssen, da sie nie zum Sport erschienen- aus welchen Gründen auch immer. Das aktiv älteste Mitglied ist Walter Röper mit 77 Jahren und das Nesthäkchen -aber gleichzeitig Übungsleiter- ist Michael Thulfaut mit ganzen 35 Jahren.

Die Jedermänner, teils jung - teils betagt -

treffen sich jeden Donnerstag Abend, falls euch einer fragt.

Pünktlich um 20 Uhr betritt man im Sportdress die Halle,

dies versuchen die meisten, doch ganz pünktlich schaffen es nicht alle

Drum pritscht man den Volleyball vorab in loser Runde hier,

bis plötzlich ein Pfiff ertönt und der Ruf vom Übungsleiter: Den Ball zu mir!

Vor Peter Schürmann, seit knapp einem Jahr der Boss von diesem Verein, gesellt sich die Gruppe im Kreis, quatschend wie kleine Mägdelein. Laut- Peter die Unruhe mit einem: Guten Abend, liebe Freunde - unterbricht,

er dann das Neueste bekannt gibt und dabei sehr leise spricht-

Alle lauschen, da er eventuell auch die Geburtstagskinder gibt bekannt

dies wollen ja alle wissen, man ist ja gespannt, da dann ne Runde winkt - später in geselliger Runde

bei Stratmanna Ernst nach dem KLANG eines LIEDES im Bunde. -2-

Übungsleiter Michael Thulfaut - stets frisch, jung nicht grau kennt die Belastbarkeit seiner anvertrauten Schützlinge ganz genau. Wir laufen kreuz und quer durch die Halle mit und ohne Ball, Fangen und Werfen dabei mit Augenkontakt auf jeden Fall. Dann geht's auf die Matte, die jeder korrekt im Kreis gelegt, hier kommen jetzt Übungen, wo man alle Muskeln bewegt.

Hier streckt sich alles - kein Muskel oder Glied bleibt aus- plötzlich beim Stöhnen ein Ruf - drück die Knie durch - Klaus. Ein Grinsen bei den Sportsfreunden - der Kalkert der schluckt, aber auch ein paar andere sind bei dem Anpfiff zusammengezuckt. Es geschieht im Stehen -wir stärken die Muskeln am Hals, jeder presst die Hand auf's Ohr, es knirscht im Ohrenschmalz. Das Kinn auf die Daumen - dies bitte mit gebotener Vorsicht, denn beim Bruch des Gebisses, fiel ihm dies bestimmt aus dem Gesicht. Man streckt sich nach oben - geht in die Hocke wie auf dem Klo- dies stärkt die Muskeln der Oberschenkel- glaubts mir - es ist so.

Nun wieder runter auf die Matte- auf die Knie - auf den Bauch Zehen eingraben, Oberschenkel hoch- Arme gestreckt nach vorn, gehört sich auch. Arm vor - Arm zurück - wir rudern, nun mal beide Füße hoch- es ist mux-mäuschen still, nur leichts Stöhnen hört man noch. Dann auf den Rücken -Lendenwirbel in die Matte gedrückt, Kopf und Schultern hoch - Beine hoch - rechtwinklig abgeknickt. Die Arme seitwärts der Knie nach vorn gestreckt, werden nun ganzkörperlich - schlafende Muskeln geweckt.

Nun noch ein paar Liegestütz - dann auf die Knie,

Buckel - strecken - Hand zum Oberschenkel- klappt perfekt, alle ein Genie. Steht man dann langsam auf - dehnt und hüpft man sich frei, Machen 10 Hampelmänner, weiß jeder, die Gymnastik ist vorbei. Nachdem alle Matten an Ort und Stelle, erfolgt die Mannschaftswahl, dies ist gar nicht so einfach - bei dem Altersunterschied - oft eine Qual. Man stellt sich nebeneinander auf, mal nach Alter- nach Größe oderalphabetisch zum Vornamen seiner Frau glaubt ja nicht, dass dies so schnell geht- wohin muß ich genau?

Der Aufbau der Volleyballfelder ist Arbeit von allen,

doch einige -fast immer die gleichen - sich diesen Streß ersparen.

Jetzt folgt der Höhepunkt des Abends- für alle ein Genuß

denn nun zeigen unsere Stars -Hubert Borgelt und Heinz Gerken-

wie man mit dem Ball umgehen muss..

Doch so perfekt muß ja nicht jeder sein,

wir sind doch bei allem Ehrgeiz und großer Anstrengung- ein Volleyball-Hobby-Verein.

Der Wilfried Claes schlägt mit Rückhand -Peter Hahn nimmt die Faust, der Ball wie eine Rakete übers Netz oder oft hineinsaust.

Obwohl man Volleyball mit beiden Händen stellt oder pritscht vergisst Ulli Eickhoff oft, dass auch er zwei Hände besitzt.

Eberhard Droste sehr zart mit dem Ball umgeht,

kämpft Peter Albrecht verbissen, oft auf dem Boden liegend den Ball noch hebt.

Wolfgang Kemke versucht längst des Netze zu spielen,

doch dies gelingt selten, da er nicht gerade der Größte ist, bleibt der Ball vor dem Netze liegen:

Den etwas Älteren fehlt sowieso schon etwas Mumm,

aber das macht nichts, zum Volleyballspielen ist noch keiner zu dumm. So vergeht der Sportabend wie im Flug,

man möchte am liebsten noch Stunden spielen, man kriegt nie genug.

Um 21:45 Uhr erschallt der Ruf: Noch einen Aufschlag, dann ist's vorbei,

doch nein, nun folgt nach dem Netzabbau noch eine kleine Plackerei.

Alle im Kreis - man blickt gespannt zum Übungsleiter,

nur einige möchten bereits duschen, ein Ruf: Tasche abstellen, wir machen noch weiter

Man dehnt nochmal Muskeln an Armen - Hand und Beinen, doch das tut gut, wie die meisten anschließend meinen.

Das Duschen geht zügig, man hat schließlich Durst,

hat einer 'nen runden Geburtstag gehabt, gibts ja Kartoffelsalat mit Wurst.

Ja, bei Nanni und Ernst Stratmann fühlt man sich wohl,

bei einem Aufgesetzten, ein paar Bierchen, davon ist keiner voll.

Die Jungen ziehts spätestens um 23 Uhr nach Haus,

nur die Alten, die Pensionäre und Rentner haltens etwas länger aus.

Doch eh man geht, fließt noch ein Taler in die Spardose rein,

nur leider von denen die auch mitgegangen, die andern sind ja daheim.

Dieses Sparschwein wird heute geschlachtet mit Genuss,

aber vorher sicher der eine oder andere noch zahlen möchte - oder muss;

sei es, dass er dem Sport oft lange blieb fern - ob mit oder ohne Grund,

der Festausschuss ist auf jeden Euro angewiesen und verkraftet keinen Schwund.

So schaut nicht so trüb rein, füttert schnell Schwein oder Fass,

denn von diesem Geld wird bezahlt der heutige Spaß.

Aber nicht nur das Herbstfest erlebt man in der Jedermann-Sportgruppe

da gibt's auch die Winterwanderung, ob nach Effeln oder Uelde-ist ja schnuppe.

Diese Wanderung Ulli Eickhoff mit Frau ganz toll organisiert

unterwegs gibt es leckere Schnittchen-Plätzchen- kalte und heiße Getränke- damit keiner friert.

Das Grünkohlessen ist Tradition und für fast alle ein Genuß,

da kommen auch alle mit ihren Frauen mit- das ist ein muss.

Auf dem Heimweg im letzten Jahr- im tiefen Schnee-hatte uns noch ein Problem gequält,

doch da haben wir den Peter Schürmann zum Vorsitzenden der Jedermann-Sportgruppe gewählt.

Den scheidenden Vorsitzenden Wilfried Linnemann die Jahresversammlung zum Kassierrer neu wählte,

die Geldsorgen den zurückgetretenen Helmut Löblein wohl viele Jahre quälten.

Wolfgang Kemke, unumstritten ein anerkannter Übungsleiter trat auch zurück,

auf diesem ehrenwerten Posten nun Michael Thulfaut versucht sein Glück.

Die Jedermänner sagen den Scheidenden und Neugewählten ihren Dank,

man schenkte und schenkt Vertrauen - man kennt keinen Streit und Zank.

Die Jedermänner halten zusammen und stehen zu und für einander ein,

jeder Einzelne der Jedermann-Sportgruppe- aus der Perle vom Anröchter Turn- und Sportverien.

Nun wollen wir mal an das Eingemachte gehen!

Aber da gibt es auch noch so eine "verwegene Gruppe" in der Jedermann-Truppe, berichtete man mir, die sich jährlich herauskristalisieren - die Radler. Der Heinrich Gerken, mittlerweile ein versierter Tourenplaner, wird regelrecht bedrängt von diesen Rad-Profis. Mehrmals war die Ahr ihr Ziel. Im Weinort "Mayschoß" wurde Quartier bezogen, aber nicht in einem Hotel, nein, der Friedel Rieke hatte mehrere Bulli und Wohnwagen besorgt.

Einmal hatte er diesen Troß mit Navi in Richtung Fußgänger-Zone in Bad Ahrweiler gelotzt. Dies wurde so kriminell, dass bald der gesamte Verkehr für längere Zeit zusammenbrach, da alles blockiert war. Man musste die Wohnanhänger abkoppeln, drehen und wieder anhängen.

Der Jo, dieses Schlitzohr, hat sich und die ganze Truppe dann verleugnet. Auf Fragen ärgerlicher Verkehrsteilnehmer hat er erklärt: das sollten sie bitte nicht so ernst nehmen, diese Dussel seien Holländer, er gehöre nicht dazu, er helfe nur schieben.

In Mayschoß hatte ein Unbekannter mit seinem Fahrzeug die Durchfahrt der vorbildlichen Anröchter versperrt. Da hat doch ein angesehenes Mitglied der Jedermänner das Türschloss des Blockierers mit einem Brotmesser entriegelt und so konnte der Pkw zur Seite geschoben werden. Gut gemacht, aber woher die Vorkenntnis derartigen Tuns?

Und da war noch der Radler R.. Grundsätzlich ein großes Vorbild für alle -wie ich erfuhr- da er fast immer als erster in seinem Bett lag. In Mayschoß auch einmal sehr früh ins Bett, da hat er allerdings sein einfaches Campingplatzquartier gegen ein 4oo Euro teures Luxusappartement getauscht- nämlich im Krankenhaus Bad Neuenahr.

Am nächsten Tag wollten alle den armen R. besuchen und eventuell abholen. Doch die nervöse Truppe fuhr zum falschen Krankenhaus nach Ahrweiler. Da er nicht aufzufinden war, suchte man ihn sogar in der geschlossenen Abteilung des Hauses.

Wie ihr gehört habt, liebe unbeteiligten Zuhörerinnen und Zuhörer, erlebt so eine Radler-Gruppe schon einiges in der Fremde, wenn "Mutter" sie losgelassen hat. Sie haben viel Spaß und Freude gehabt und da sollte man nicht zuviel aus dem Nähkästchen plaudern.

Aber da war noch ein Tripp nach Frankenau. Und da es sich ja um Volleyballer handelte, wird auch immer mal unterwegs, wenn essich so ergibt, ein Gegner herausgefordert. So auch hier. Eine Mannschaft der Jedermänner mit 100 Jahren Volleyball-Erfahrung, man achte auf die Namen: Peter Albrecht, Wilfried Linnemann - Heinz Borgelt - Friedel Rieke und Wolfgang Günnewig- haben gegen ein Team verloren, das vermutlich vorher noch nie Volleyball gespielt hatte. Die Jedermänner hatten 14 von 15 Aufgaben verschlagen, der Gegner nur 12 von 15. Da man dieses Jedermann-Team kennt, sollten hier keine Vermutungen angestellt werden. Es ist mir auch nicht bekannt geworden, ob das Spiel am Tage oder in der frühen Nachtstunde stattfand. Ich glaube diese Radler-Jungs erleben sehr viel unterwegs und wenn man die Filme sieht, die übrigens der Bernd Schuy für die Homepage macht, dann wird sicher so mancher neidisch, dass er nicht mitgefahren ist oder anderen die Kondition für solche Radtouren fehlen.

 Ja, liebe Zuhörer, nun habe ich bei vielen von euch Erinnerungen wachgerufen, bei anderen einen Einblick in die Welt der Jedermänner gegeben. Aber etwas wäre doch noch erwähnenswert.

Der Sport findet ja fast ganzjährig in der schönen Anröchter Dreifach-Turnhalle statt. Nur in den Sommerferien weicht man gern aus zum Sportzentrum am Wichsberg. Hier gibt es für die Gymnastik zum Aufwärmen und Lockern der Muskeln, einen herrlichen Waldlaufpfad. Um 19 Uhr pünktlich trifft man sich am Sportlerheim. Doch der Andrang - in der Halle sind oft über 24 Teilnehmer -lässt hier zu wünschen übrig. Wenn es 12 sind, freut sich der Übungsleiter, aber nach dem Aufwärmtraining sind plötzlich doch einige zusätzlich eingetroffen. Dazu zählt fast immer der Bernd Schuy. Es ist zwar schade, dass diese Neuankömmlinge nun mit steifen Knochen, bzw. Muskeln auf's Spielfeld müssen, aber man ist ja froh, dass genügend Mannen zum Volleyball-Spiel da sind. Wird es dann dämmrig, geht's zum Duschen und dann kommt die Gemütlichkeit. Oft haben schon die Spätkommer, die den aktiven Sport nicht mehr so frönen, den Grill angeworfen. Im Sitzkreis trinkt man nun das gekühlte Bier, auch mal ein Schnäpschen und verzehrt genüsslich ein, zwei Würstchen, die Walter Röper perfekt gegrillt hat. Auch hierhin kommt der Übungsleiter Michael stets von Altengeseke mit dem Fahrrad. Da im Sommer stets mehrere Sportler Geburtstag haben, trinkt man anstandshalber wohl auch schon mal einen oder auch ein paar mehr. So geschah es, oder musste es geschehen, dass der Alkohol einen Sportskameraden auf dem Heimweg wohl etwas schläfrig werden ließ und er aus dem Sattel fiel und sich eine Rippe brach. Seither ist das Vorbild der Jedermann-Sportgruppe -genannt Rippchen- auch etwas vorsichtiger geworden. Aber ansonsten ist mir nichts Negatives zu Ohren gekommen, außer etwas Positives: dass manche Ehefrauen der Sportler an lauschigen Sommerabenden auf ihrer Terrasse oder Balkon den wunderschönen Gesängen der Jedermänner lauschen, die vom Wichsberg klangvoll ins Dorf dringen.

Der Übungsleiter Michael besitzt auch die Berechtigung zur Sportabzeichenabnahme und dies beflügelt ihn, seine nicht ganz willigen Schäfchen- sprich Sportler zu animieren, es ihm gleich- zutun und auch das Sportabzeichen zu machen. Dies gelang 2009 bei 21 Jedermänner, in diesem Jahr bisher nur bei 13, wobei sich noch einige dazugesellen könnten, da am 27.November - samstags von 10 bis 12 Uhr- hierzu noch Gelegenheit besteht.

Eine heiße Nacht steht so einigen Jedermännern ja noch am Jahresende bevor. Der Rolf Stöppelkamp hat zum 5. Jedermann- Doppelkopf- Turnier bei sich eingeladen. Das letzte Turnier fand am 02.01.2010 bei Peter Albrecht statt. Es war eine spannende - ruhige - prickelnde Stimmung, aus der Lars Goldammer mit dem 1. Platz hervorging. Zwischendurch durch leckeres Essen gestärkt wurde es eine feucht - fröhliche Nacht.

Dies, Liebe Jedermann-Sportgruppe und ihr die holden Begleiterinnen dieser sportlich-aktiven - gestählten, männlichen Wesen, bleibt, wie ihr seit. Treu dem Sport - treu der Frau - treu dem Mann und den gebt nur frei, wenn er seine Sporttasche packt, um sich für Euch fit zu machen und zu halten.

Ihr alle habt heute bisher erlebt, wie schön eine Gemeinschaft ist und sein kann. Den beiden Organisatoren des heutigen Tages, Peter Albrecht und Heinrich Gerken, sollten wir einen donnernden Applaus als Dank spenden.

Ich darf mich für's lange Zuhören bedanken und uns noch einen schönen Abend wünschen und sollte er wirklich auch schön ausklingen - was ich nicht bezweifle, dann sagt es unseren daheimgebliebenen Freunden, damit beim nächsten Mal alle anwesend sind.

Euer Klaus

Lasst uns froh das Jahr beschließen was es immer auch gebracht! Möcht' uns manches auch verdrießen, haben wir doch mehr gelacht voller Freude, voller Lust., laut hinaus aus voller Brust.

Lasst uns froh ins Neue schauen, dass es stets nur Gutes bringt! Lasst uns blind darauf vertrauen, dass uns alles wohl gelingt, was wir planen, was wir hoffen: Hold steh' uns die Zukunft offen.

Lasst uns froh die Gläser heben auf ein gutes, neues Jahr! Fördern soll es unser Streben, bannen soll es Notgefahr. Horchet, wie die Glocken klingen! Frieden sollen sie uns bringen.

 

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