Sport mit den Jedermännern – ein Interview mit dem Übungsleiter Michael

 

Fragesteller:

Hallo Michael, wie würdest Du die Jedermann-Sportgruppe für jemanden erklären, der sie noch nicht kennt?

 

Michael:

Wir sind eine Sportgruppe für Herren ab 35 Jahren, die Sport und Geselligkeit auf eine unvergleichliche Art und Weise miteinander verbinden. Bei unserer Sportgruppe wird gelacht und geschwitzt. Sozusagen doppeltes Bauchmuskeltraining.

 

Fragesteller:

Was für eine Art Sport macht ihr?

 

Michael:

Die Sportstunde ist in zwei Bereiche aufgeteilt. In der ersten Stunde machen wir Gymnastik und Fitnessübungen für den Körper – oder neudeutsch: Bodyweight-Training – Krafttraining mit dem eigenen Körpergewicht. Dabei lege ich Wert auf ein ganzheitliches Training: Nacken, Schulter, Rücken, Bauch und natürlich die Arme und Beine. Ziel ist es die körperliche Fitness zu erhalten.,und das altersadäquat. Natürlich kümmere ich mich auch um Themen wie Sturzprofilaxe. Das darf man bei den Jungs nur nie so nennen. Wir machen dann eben Koordination- und Balance-Übungen. In der zweiten Stunde spielen wir Volleyball. Das ist im Vergleich zu Fußball und Handball ein körperloses und weniger laufintensives Spiel. Dadurch reduzieren wir auch das Verletzungsrisiko auf ein Minimum.

 

Fragesteller:

Wie alt sind denn die Sportler in Deiner Gruppe?

 

Michael:

Das fängt bei 35 Jahren an und die älteren Teilnehmer sind schon 70 Jahre. Das ist natürlich eine große Spannweite – aber weder mit 35 Jahren noch später möchte man Rückenschmerzen haben – und da beugen wir vor.

 

Fragesteller:

Das heißt, dass der 70-jährige die gleichen Übungen macht wie der 35-jährige oder umgekehrt?

 

Michael:

Das heißt, dass sie beide die gleiche Muskelgruppe trainieren, aber durch eine entsprechende Differenzierung der Übung wird jeder für sich ausreichend gefordert. Das ist das schöne am Training mit dem eigenen Körper als Fitnessgerät – das Trainingsgerät ist dem Besitzer meistens schon bekannt – und ich zeige dann, zu was das „Fitnessgerät“ noch in der Lage ist.

 

Fragesteller:

Kannst Du das an einem Beispiel erklären/ verdeutlichen?

 

Michael:

Ja, klar. Nehmen wir eine einfache Balance-Übung. Die leichte Variante wäre, wenn der Sportler auf einer umgedrehten Langbank balanciert, bei der nächsten Variante liegt die Langbank auf Stäben und bewegt sich vor und zurück – es wird also wackeliger. Weitere Steigerungen sind dann, dass man die Hälfte vorwärts, die nächste Hälfte rückwärts geht. Den Wechsel kann man auch springen ,und wer sich dann noch nicht gefordert fühlt, der macht es mit geschlossenen Augen. Und genauso geht es bei Kraftübungen. Die Differenzierung macht es möglich.

 

 

Fragesteller:

Das heißt, in Deiner Gruppe kann jeder Mann ab 35 Jahren mitmachen. Gibt es gesundheitliche Einschränkungen?

 

Michael:

Im Prinzip kann jeder mitmachen. Wer lange keinen Sport gemacht hat oder eine Vorerkrankung hat, sollte vorab ein Gespräch mit seinem Hausarzt führen. Hier steht die Sicherheit an erster Stelle. In unserer Sportgruppe findet man aber durchaus auch Sportler mit Bluthochdruck, Diabetes oder künstlichen Kniegelenken, aber eben auch Sporttaucher und Langstreckenläufer.

 

Fragesteller:

Wie schaffst Du es, dass das Training abwechslungsreich bleibt?

 

Michael:

Hier nutze ich zum einen die Möglichkeiten der Sporthalle und der TuS-Ausrüstung. Gymnastik-Matten, Medizinbälle, Terrabänder und Swingsticks werden vom TuS gestellt. Und die fehlenden Gewichte habe ich kurzerhand durch 50 Wasserflaschen ersetzt. Zum anderen kann ich durch meine unterschiedlichen Ausbildungslehrgänge zum Übungsleiter C (Breitensport) und Übungsleiter P (Prävention für den Haltungs- und Bewegungssystem) auf ein großes Sortiment an Übungsformen zurückgreifen. Der Mix ist entscheidend!

 

Fragesteller:

Was ist, wenn man noch nie Volleyball gespielt hat, kann man dann in der zweiten Stunde überhaupt mitspielen?

 

Michael:
Ja natürlich. Ein gewisses Feingefühl für Ballsport ist von Vorteil, aber die Grundzüge wie Pritschen und Baggern erklären wir im Spiel ,und natürlich hat jeder von uns mal irgendwann angefangen. Und vielleicht zeigt sich am Beispiel vom Volleyball am besten, wie die Jedermänner sind.

 

Fragesteller:

Wie meinst Du das?

 

Michael:

Naja, hier spielen Jung und Alt, Groß und Klein, Techniker und Nicht-Techniker zusammen. Das geht nur mit Rücksicht. Als guter Spieler kann ich zeigen, wie gut ich spielen kann, wenn ich meine weniger guten Spieler so anspiele, dass sie mitspielen können. Und das klappt meistens sehr gut, so dass alle Spaß haben. Natürlich ist so manches Spiel in der abschließenden dritten Halbzeit noch Thema.

 

Fragesteller:

Was ist denn die dritte Halbzeit?

 

Michael:

Die ist natürlich kein Pflichtteil der Übungsstunde, aber nach dem Sport frönen wir der Geselligkeit in unserem Vereinslokal. Da hat man dann auch Zeit den Sportkollegen besser kennen zu lernen. So entstehen Freundschaften und ein Gruppenzusammenhalt, der sich auch außerhalb des Sports sehen lassen kann.

 

Fragesteller:

Was macht ihr denn außer dem gemeinsamen Sport noch?

 

Michael:

Jetzt wird die Liste lang und länger: Fahrradtouren, Grünkohlwanderung, Nachtwanderung, Herbstfest mit Musik & Tanz, Doppelkopfturnier, Sportabzeichen, Grillen, Lieder singen, … die Liste lässt sich noch weiter fortführen. Und diese Mischung aus Sport und Geselligkeit macht die Jedermänner zu einem klasse Verein! Das hält jung, fit und gesellig bis ins hohe Alter.

 

Fragesteller:

Wie lange bist Du denn schon dabei?

 

Michael:

Ich bin seit gut 10 Jahren als Mitglied dabei und seit 8 Jahren als Übungsleiter tätig. Da ich erst 43 Jahre als bin, habe ich als o noch gut 30 Jahre vor mir, bevor ich zu den „Alten“ der Gruppe gehöre.

 

Fragesteller:

Wenn jetzt jemand neugierig ist und mitmachen möchte, an wen kann man sich wenden?

 

Michael:

Entweder direkt beim Vorsitzenden Peter Schürmann (Tel. 02947-5242) oder direkt bei mir (Tel. 02927-800633) melden oder einfach direkt donnerstags zum Training kommen! Ich freue mich schon darauf!

 

 

 

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